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Üben an einer echten Stromtankstelle

15.03.2016

„Es ist ein guter und wichtiger Schritt in die Zukunft“, freut sich Jürgen Wittlinger, Leiter der Gewerblichen Schule in Göppingen. In den Kfz-Werkstätten wurde jüngst eine Elektrotankstelle in Betrieb genommen, an der die angehenden Kfz-Mechatroniker auf die Elektromobilität vorbereitet werden. „Wir haben bereits ein Hybridfahrzeug, an dem wir die modernen Fahrzeuge erklären können“, sagt Wittlinger. Ein reines E-Fahrzeug stehe ganz oben auf der Wunschliste.

  • Übergabe E-Tankstelle Gewerbliche Schule Göppingen
  • Übergabe E-Tankstelle Gewerbliche Schule Göppingen
  • Übergabe E-Tankstelle Gewerbliche Schule Göppingen
  • Übergabe E-Tankstelle Gewerbliche Schule Göppingen

Künftig sollen neben der Theorie in der Berufsschule auch die praktischen Möglichkeiten der Elektromobilität aufgezeigt werden. Der Umgang mit den hohen Spannungen ist sehr komplex und muss geübt werden – die Sicherheit für die Experten in der Werkstatt stehe an erster Stelle. Darum sei die Schule froh, nun eine Tankstelle zu haben, die eine Besonderheit hat: Sie ist nicht fest installiert, sondern kann von Werkstattplatz zu Werkstattplatz gefahren werden. Das ist aber schon der einzige Unterschied zu den herkömmlichen E-Ladesäulen, wie sie in der Region zwischenzeitlich mehrfach an Parkplätzen installiert sind.

Auszubildende haben viele Fragen

Den Ladevorgang müsse man an der Schulungstankstelle ganz normal mit einer entsprechenden „Kundenkarte“ freischalten – die Vernetzung sei vorbereitet und man könne sie im Grunde wie im Alltag nutzen. Rolf Beck, Projektleiter beim Elektrotechnikunternehmen Heldele aus Salach, das die Stromtankstelle der Schule zur Verfügung stellt, freute sich bei der Übergabe jüngst über das große Interesse der angehenden Kfz-Mechatroniker im zweiten Lehrjahr, die bereits viele Fragen zur Elektromobilität hatten. „Sie haben schnell gesehen, dass ein Ladevorgang grundsätzlich einfach ist, man aber je nach Fahrzeugmodell, Stromanbieter und Steckverbindung auf die eine oder andere Sache achten muss.“ „Doch um genau das zu lernen, sei nun die Basis geschaffen worden“, sagte Wittlinger und dankte dem Salacher Elektrotechnik-Unternehmen Heldele für sein Engagement, das auch an anderer Stelle in der Schule immer wieder die Ausbildung unterstütze.

Strom kommt aus regenerativen Energiequellen

So soll die E-Tankstelle künftig auch in das „Green-Factory“-Konzept der Schule eingebunden werden. Das heißt, der Strom, der durch regenerative Energien selbst produziert werde, stehe dann im Grunde für die Versorgung der E-Tankstelle zur Verfügung. „Die E-Mobilität ist ein wichtiger Teil der Wirtschaft 4.0 und darum ist es besonders wichtig, dass das Kfz-Handwerk als Teil davon seine Auszubildenden darauf vorbereitet“, erklärt Wittlinger. Industrie und Handwerk werden an dieser Stelle immer vernetzter und dieser Entwicklung wolle man so Rechnung tragen.